Wichtig ist eine absolut perfekte Aus-
führung. Nichts soll von den stimmigen
Maßverhältnissen, den spannungsrei-
chen Formen, der Dynamik des Zusam-
menspiels von Oberflächen und Raum
ablenken. Die Oberflächen sind zum
Teil lackiert oder durch Polieren zum
Glänzen gebracht. Damit bekommen
die Arbeiten einen absolut energeti-
schen Impuls, indem sie stark kontras-
tierend Hell und Dunkel gegenüber
stellen oder in den polierten Flächen
das Licht als Reflexion miteinbezie-
hen. Die Spiegelung der Umgebung
wird Teil der Arbeiten und steht mit
der konstruierten Ordnung in einem
Spannungsverhältnis. Es entsteht eine
Synthese aus mathematischer Strenge
und poetischer Kraft. (Der dreidimen-
sionale Aspekt und die Spiegelungen
sind in Abbildungen leider nicht gut
nachvollziehbar.)

 

Formale Reduktion, Eleganz und Ord-
nung bestimmen die Ästhetik der Arbei-
ten. Grundelement und Leitmotiv ist das

Dreieck, das in Faltungen und Biegun-
gen variierend erscheint.

 

In dem Vorschlag für den Standort
Kaskadentreppe (Gebäude 22) sind zwei
Hochformate (je 60 x 80 cm) und drei
Querformate (je 105 x 85 cm) vorge-
sehen. Die Arbeiten sind Entwürfe. Die
Abmaße können bei eventuellen bauli-
chen Abweichungen noch an die realen
Gegebenheiten angepasst werden. Die
Faltungen der Querformate erinnern
an japanische Faltkunst (Origami) und
vermitteln zugleich eine spielerische und
eine geistig-intellektuelle Ebene: spiele-
risch in der Assoziation an Origami und
in ihrer scheinbaren Leichtigkeit, die die
Formen beinahe schwebend erscheinen
lässt – intellektuell in ihrer durchdach-
ten, pointierten und minimalistischen
Setzung, die unsere Wahrnehmung tan-
giert. Nur ein Knick, eine kleiner Eingriff
in die perfekte Oberfläche und die Arbeit
wird dreidimensional, sie entwickelt sich
in den Raum, schafft unterschiedliche
Ansichten, Korrespondenzen und Spie-

gelungen und fordert die Wahrnehmung
des Betrachters heraus. Damit ist sie
Klangkörper einer abstrakten Idee, offen
und reaktionsbereit für ihre Umgebung.

1 Max Bill: konkrete kunst, in Ausstellungskatalog
   Zürcher Konkrete Kunst, 1949

 

 

Birgit Wiesenhüter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Architekturzeichnungen: Bär, Stadelmann, Stöcker
Architekten und Stadtplaner Part GmbH

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