Art Resonanzkörper der sie umgebenden Wirk-
lichkeit, leiht ihr ihre Form und strukturiert sie.

In Hirlingers Arbeiten geht es nicht nur um
eine „Vermessung der Welt“, es geht auch
deutlich um Wahrnehmung: nur ein Knick,
eine kleiner Eingriff in die perfekte Oberfläche
und die Arbeit wird dreideimensional, sie reckt
sich in den Raum, schafft unterschiedliche
Ansichten, Korrespondenzen und Spiegelungen
außerhalb und innerhalb des Werkes.
Manchmal ergeben sich komplizierte Gebilde,
deren Grundelement, das Dreieck,die Arbeiten
immer nachvollziehbar macht,den Betrachter
jedoch geradezu an die Grenzen der Wahrneh-
mung führt. Schauen Sie sich den Würfel mit
dem polierten Einschnitt genau an - Anfassen
leider nicht erlaubt! - Die Illusion, die entsteht,
spielt geradezu mit unserer Wahrnehmung.

Wirklichkeit oder Illusion? Es geht um Sehen und
Wahrnehmen - und ging es darum nicht auch
bei Ingeborg van Loock? Es gibt keinen konkret
vorgegebenen Rahmen, kein Wiedererkennen,
sondern die Erfahrung. Der Betrachter ist auf
sich selbst zurück geworfen. Seine Entdecker-
freude wird angesprochen. Darin treffen sich die
Arbeiten der beiden Künstler. Dass es praktisch
ist, einen Bildhauer und eine Malerin zusammen
auszustellen kann ja schließlich jeder feststellen.

   

Schön ist aber auch, dass van Loocks Bilder
in den Spiegelungen optisch Bestandteil von
Hirlingers Arbeiten werden. Damit ist die
Wirklichkeit ein weiteres Mal in van Loocks
Arbeiten gebrochen und in Hirlingers Arbeit
erscheint ein Stück Realität, das „eine weit
vollkommener sichtbare Welt, als die wirkliche
sein kann“ zeigt (um mit Goethe zu enden),
nämlich die Malerei.

20. November 2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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