gebracht. Damit bekommen sie einen ent-
scheidenden energetischen Impuls, indem sie
das Licht selbst miteinbeziehen. Wie dieses
Konzept in Gänze aufgeht, können wir hier
in der Ausstellung leider nur im Kleinformat
erleben, mit Arbeiten, die auch als Modelle
für große Plastiken gesehen werden können.
Und: wir erleben diese Arbeiten im Innenraum.
Wer neugierig ist, kann auf HATE Hirlingers
Website die großen Plastiken im Außenbereich
anschauen und wird feststellen, dass sich
die umgebende Natur in der auf Hochglanz
polierten Fläche spiegelt, dass sie damit Teil
der Arbeit wird und die Arbeit wiederum Teil
der Natur. Hier in der Galerie spiegelt sich der
Innenraum im kleineren Format der Plastik.
Bereits das ist ein Ereignis, bei dem der Be-
trachter die Welt in all ihren Facetten in den
Facetten der geordneten maßvollen Formen
Hirlingers finden kann. Die beiden Stelen vor
dem Fenster im Obergeschoss kann man sich
lebhaft in groß und im Außenbereich aufge-
stellt vorstellen. Im Spalt zwischen den Stelen
erleben wir auch die Wirklichkeit als Auschnitt
zwischen den geordneten Reflexionen. Die
Umgebung wird in Hirlingers Arbeit zwangs-
läufig miteinbezogen. Die Spiegelungen auf
der polierten Oberfläche geben der dreidimen-
sionalen Welt um uns ein zweidimensionales
Erscheinungsbild, die Plastik ist gleichsam eine
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Art Resonanzkörper der sie umgebenden Wirk-
lichkeit, leiht ihr ihre Form und strukturiert sie.
In Hirlingers Arbeiten geht es nicht nur um
eine „Vermessung der Welt“, es geht auch
deutlich um Wahrnehmung: nur ein Knick,
eine kleiner Eingriff in die perfekte Oberfläche
und die Arbeit wird dreideimensional, sie reckt
sich in den Raum, schafft unterschiedliche
Ansichten, Korrespondenzen und Spiegelungen
außerhalb und innerhalb des Werkes.
Manchmal ergeben sich komplizierte Gebilde,
deren Grundelement, das Dreieck,die Arbeiten
immer nachvollziehbar macht,den Betrachter
jedoch geradezu an die Grenzen der Wahrneh-
mung führt. Schauen Sie sich den Würfel mit
dem polierten Einschnitt genau an - Anfassen
leider nicht erlaubt! - Die Illusion, die entsteht,
spielt geradezu mit unserer Wahrnehmung.
Wirklichkeit oder Illusion? Es geht um Sehen und
Wahrnehmen - und ging es darum nicht auch
bei Ingeborg van Loock? Es gibt keinen konkret
vorgegebenen Rahmen, kein Wiedererkennen,
sondern die Erfahrung. Der Betrachter ist auf
sich selbst zurück geworfen. Seine Entdecker-
freude wird angesprochen. Darin treffen sich die
Arbeiten der beiden Künstler. Dass es praktisch
ist, einen Bildhauer und eine Malerin zusammen
auszustellen kann ja schließlich jeder feststellen.
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